Dieter Hildebrandt (* 23. Mai 1927 in Bunzlau, Niederschlesien) ist ein deutscher Kabarettist, Schauspieler und Buchautor. Bekannt wurde er als Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft sowie durch die Fernsehformate Notizen aus der Provinz und Scheibenwischer, die zu langjährigen Fernseherfolgen wurden, Auszeichnungen erhielten, aber mehrfach auch zu politischen Kontroversen führten. Daneben blieb Hildebrandt bis in die Gegenwart als Bühnenkabarettist mit Partnern oder Soloprogrammen, als Schauspieler und Autor aktiv. Er gilt als einer der einflussreichsten Kabarettisten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Dieter Hildebrandt wurde als Sohn des beamteten Oberlandwirtschaftsrats Walter Hildebrandt und seiner Frau Gertrud im niederschlesischen Bunzlau geboren. Er hatte zwei Brüder, von denen einer jung starb, während der zweite später Journalist wurde. Als Hildebrandt acht Jahre alt war, erwarb der Vater einen Bauernhof, den die Familie von da an bewirtschaftete. Bereits in der Schulzeit entdeckte Hildebrandt seine Liebe zur Schauspielerei, er wurde Mitglied einer Spielschar der Hitlerjugend.[1]
Ab 1943 war Hildebrandt Flakhelfer, kurz vor Kriegsende wurde er noch zur Wehrmacht eingezogen. 2007 kam in der Mitgliederkartei der NSDAP im Bundesarchiv ein Mitgliedsantrag von Hildebrandt zutage, in dem die Parteiaufnahme zum 20. April 1944 vermerkt war[2] Hildebrandt bestritt, wissentlich einen Aufnahmeantrag gestellt zu haben.[3] Dies führte zu einer Diskussion in der Geschichtswissenschaft: Michael Buddrus vertrat die Ansicht, dass es nicht möglich gewesen sei, ohne persönliche Unterschrift in die NSDAP aufgenommen worden zu sein, während beispielsweise Norbert Frei und Götz Aly darauf hinwiesen, dass über die Aufnahmepraxis in den lokalen Parteisektionen viel zu wenig bekannt sei.[4]